Laut dem dritten Barometer der Französischen Krankenhausföderation (FHF) dauert es inzwischen dreimal so lange wie 2019, um einen Termin bei einem Allgemeinmediziner zu bekommen. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt mittlerweile 12 Tage, gegenüber 4 Tagen vor sieben Jahren – ein Trend, den die FHF als „alarmierend“ bezeichnet. Die regionalen Unterschiede bleiben erheblich: In den meisten Regionen überschreitet die Wartezeit zwei Wochen, mit Ausnahme von Nouvelle-Aquitaine und Hauts-de-France. Paradoxerweise gehört Nouvelle-Aquitaine zu den Regionen, in denen am häufigsten auf medizinische Versorgung verzichtet wird (66 % der Einwohner in den letzten fünf Jahren).
Bei den Fachärzten bleibt die Dermatologie die am stärksten überlastete Disziplin, mit einer durchschnittlichen Wartezeit von viereinhalb Monaten, gefolgt von Kardiologie und HNO. Nur die Ophthalmologie und die Pädiatrie zeigen eine leichte Verbesserung: Die Wartezeit für einen Termin beim Augenarzt ist um fünf Wochen gesunken, während pädiatrische Termine weiterhin bei etwa drei Wochen liegen.
Die regionalen Unterschiede bleiben bestehen: Die Normandie hält den Rekord für Wartezeiten in der Dermatologie (24 Wochen), und Centre-Val-de-Loire für die Kardiologie (18 Wochen). In der Psychiatrie variieren die Wartezeiten zwischen 6 Wochen in Nouvelle-Aquitaine und 20 Wochen in Hauts-de-France. Île-de-France bleibt die am besten versorgte Region, mit Wartezeiten unter dem nationalen Durchschnitt.
Angesichts dieser Schwierigkeiten beim Zugang zur Versorgung ändern die Franzosen ihr Verhalten: Fast jeder Zweite ging im vergangenen Jahr aus einem nicht dringenden Grund in die Notaufnahme. Die Verzögerungen in der Versorgung verschärfen sich in den Krankenhäusern aufgrund fehlender Ärzte, und 73 % der Befragten gaben an, in den letzten fünf Jahren mindestens eine medizinische Behandlung ausgelassen zu haben.
Frank Verain
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