In Frankreich lassen sich jährlich nur 20 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen gegen Grippe impfen. Angesichts dieser unzureichenden Impfquote empfiehlt die Nationale Akademie für Medizin nun eine Impfpflicht für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen. Laut ihrem Bericht, der von France Inter veröffentlicht wurde, sind Beschäftigte im Gesundheitswesen weiterhin einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt und können das Virus unwissentlich übertragen, da die Grippe asymptomatisch verlaufen kann.
Die Akademie ist überzeugt, dass eine Impfpflicht Infektionen, Todesfälle und die Kosten für die Gesellschaft reduzieren würde. Sie weist darauf hin, dass die Grippe jährlich Kosten zwischen 1 und 2 Milliarden Euro verursacht, verglichen mit 20 bis 30 Millionen Euro für die Impfung von fast 2 Millionen Fachkräften. Zudem trägt der Krankenstand infizierter Beschäftigter im Gesundheitswesen zu Versorgungsengpässen bei.
Für die Autoren des Berichts bedeutet die Verweigerung der Impfung, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen ihre Verantwortung gegenüber ihren Patienten missachten. Sie fordern außerdem eine verbesserte, auf den jeweiligen Wissensstand zugeschnittene Information, um Impfskepsis entgegenzuwirken. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen nehmen die jährliche Impfung nicht ernst und vernachlässigen sie, obwohl sie kostenlos und gut verträglich ist.
Das jüngste Gesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung sieht die Möglichkeit vor, Impfungen verpflichtend zu machen, vorbehaltlich einer Stellungnahme der Hohen Gesundheitsbehörde, die in diesem Sommer erwartet wird.
M.Jacob
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